Mit dem Meister ins Studium


Heute gab es leckeres Hähnchen im Bistro. Während ich auf mein Essen warte, hab ich mir dann mal eine rumliegende Hertener Allgemeine Zeitung gegriffen. Die ist hier ein genauso wichtiges Medium wie die Rheinbacher Stadtzeitung in Wormersdorf. Während ich auf’s Essen wartete, viel mir dann ein Artikel mit folgender Überschrift ins Auge: “Meister sollen in Zukunft studieren dürfen.

Hä?! Wieso hab ich denn bitte Abitur gemacht?! Antwort: Weil man drei Jahre länger auf Kosten der Eltern feiern kann. Im Ernst. Was ist denn eigentlich aus unserem Bildungssystem geworden. Man verlässt das Sprungbrett 10. Klasse und springt geradewegs in den Einheitsbrei von Sek II, Handelsschule, Höhere Handelschule, noch hörere Handelschule, private Maßnahmen oder halt die Ausbildung. Nicht das nicht alle Maßnahmen irgendwo ihre Berechtigung hätten – aber eine klare Abgrenzung wäre schon nicht schlecht. Brauchen wir denn wirklich eine solche Vielfalt?

Wenn man das überstanden hat geht es an Uni, FH oder den total tollen privaten (Elite-)Universitäten weiter.  Wer da vorher welche Ausbildung genossen hat, ist spätens seit der Einführung des Bachelor/Master relativ uninteressant.

Option 1: Ich mache Abi, studiere an der Hochschule und bekomme einen Job. (dauert sehr  lange und ich bin der Held der Theorie)

Option 2: Ich mache Abi, studiere an der FH und bekomme den gleichen Job. (dauert nicht ganz so lange, praktisch kann ich auch schon was)

Option 3: Ich mache kein Abi, gehe auf die höhere Handelsschule (die sog. HöHa) studiere an der FH und bekomme den gleichen Job. (geht noch schneller, für den Rest s.o.)

Option 4: Ich mache kein Abi, mache eine handfeste Ausbildung und mache meinen Meister. Anschließend studiere ich. Der Lebenslauf sollte sich wirklich sehen lassen. (allerdings dauert es wohl am längsten)

Ich frag mich wirklich, was das Abitur noch wert ist. Ist dieses “Zertifikat” einfach schon immer überflüssig gewesen, geht der Bildungsstandard zurück oder sind FH und andere Maßnahmen genannter Art die korrekte Antwort auf geänderte Anforderungen des Marktes zu reagieren.

Nicht, dass das falsch verstanden wird. Es ist toll, dass  es  jedem ermöglicht wird, zu werden was er gerne will. Ob das Abitur hierbei noch eine sinnvolle Rolle spielt ist aber zumindest fraglich.

Dieser Beitrag war wieder mal viel zu oberflächlich. Mir fallen zwar noch zig Argumente für oder wider des Sytems ein – aber die 12 Stunden PC sind für heute definitiv überschritten. Ich gehe jetzt also ins Bett!

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